Aktuelles und Presse

Foto: ATB

Wissenschaftsausschuss des Landtags Brandenburg zu Gast am ATB

Prof. Dr. Annette Prochnow, wissenschaftliche Direktorin (komm.) des ATB, stellt das Institut vor (Foto: Foltan/ATB)

Prof. Dr. Annette Prochnow, wissenschaftliche Direktorin (komm.) des ATB, stellt das Institut vor (Foto: Foltan/ATB)

Dr. Joachim Venus im Gespräch zu den Potenzialen der stofflichen Reststoffnutzung für eine bioökonomische Wertschöpfung (Foto: Foltan/ATB)

Dr. Joachim Venus im Gespräch zu den Potenzialen der stofflichen Reststoffnutzung für eine bioökonomische Wertschöpfung (Foto: Foltan/ATB)

Laserlichtschnitt visualisiert das Strömungsgeschehen im Windkanal (Foto: Foltan/ATB)

Laserlichtschnitt visualisiert das Strömungsgeschehen im Windkanal (Foto: Foltan/ATB)

Dr. Manuela Zude und Martin Penzel stellen Methoden für den präzisen Obstbau vor (Foto: Foltan/ATB)

Dr. Manuela Zude und Martin Penzel stellen Methoden für den präzisen Obstbau vor (Foto: Foltan/ATB)

Intensive Diskussionen an der Station Digitalisierung im Pflanzenbau (Foto: Foltan/ATB)

Intensive Diskussionen an der Station Digitalisierung im Pflanzenbau (Foto: Foltan/ATB)

Eine Woche nach der auswärtigen Sitzung des Agrarausschusses tagte am 16. September auch der  Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landtags Brandenburg im Rahmen einer auswärtigen Sitzung am ATB.

Die Sitzung bot Anlass zu einem Rundgang zu ausgewählten Forschungsstationen. Die Parlamentarier sowie Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle nutzten die Gelegenheit, sich während des Rundgangs im Gespräch mit ATB-Wissenschaftler*innen über aktuelle Forschungsarbeiten des Instituts zu informieren. 

Zu Beginn der Sitzung stellte Prof. Dr. Annette Prochnow, wissenschaftliche Direktorin (komm.), den systemischen interdisziplinären Forschungsansatz des ATB für eine biobasierte Kreislaufwirtschaft vor.

In der Pilotanlage zur Herstellung von biobasierten Chemikalien zeigte ATB-Wissenschaftler Dr. Joachim Venus das große Spektrum verschiedenster Reststoffe, die zur Stoffwandlung genutzt werden können – von der Reiskleie bis hin zur organischen Fraktion aus der Reststofftonne. Es handele sich dabei meist um Reststoffe, die in großen Mengen in der Agrar- und Lebensmittelindustrie anfallen und z.T. sogar Umweltprobleme verursachen können, wenn sie keiner weiteren Verwertung zugeführt werden, so Joachim Venus. Biobasierte Chemikalien wie Milchsäure können beispielsweise polymerisiert und zu ‚Biokunststoffen‘ weiterverarbeitet werden. Intensiv diskutiert wurden unter anderem die biologische Abbaubarkeit von biobasierten Kunststoffen und deren Wettbewerbsfähigkeit gegenüber erdölbasierten Produkten.

Prof. Dr. Thomas Amon, Abteilungsleiter Technik in der Tierhaltung, und Wissenschaftler*innen der interdisziplinären internationalen Arbeitsgruppe präsentierten aktuelle Forschungsprojekte aus dem Bereich Tierwohl-Umwelt-Wechselwirkungen. Die Arbeiten thematisieren Fragen einer sensorgestützten Tierwohl-Erfassung und die Möglichkeiten verbesserter Haltungsumgebungen im Sinne eines One Health Ansatzes. Diskutiert wurden zudem die Möglichkeiten der Emissionsminderung, insbesondere der Ausbreitung von Aerosolen und anderen Schadgasen aus Tierhaltungsanlagen. PD Dr. Barbara Amon, verwies darauf, dass diese Forschungsergebnisse auch in die internationale Gremienarbeit  des ATB u.a. bei   IPCC und FAO einfließen.

Bei der dritten Station standen aktuelle Arbeiten des ATB zur Digitalisierung im Pflanzenbau im Fokus. Am Beispiel innovativer Bodensensorik und sensorgestützter Verfahren im Pflanzenschutz thematisierte Prof. Dr.-Ing. Cornelia Weltzien, Leiterin der Abteilung Technik im Pflanzenbau am ATB, das Potenzial technologischer Innovation für eine umwelt- und klimafreundliche Landwirtschaftliche Produktion. Dr. Manuela Zude-Sasse informierte über Methoden des Präzisionsgartenbaus auf der Grundlage pflanzenphysiologischer Modelle. Prof. Dr. Niels Landwehr, Leiter der Nachwuchsgruppe ‚Data Science in Agriculture‘ verwies auf die methodische Einbindung von Methoden der Data Science wie maschinelles Lernen in die aktuellen Forschungsarbeiten. Großes Interesse fanden im Bereich Automatisierung die vorgestellten Prototypen selbstfahrender Fahrzeuge, die künftig beispielsweise Pflegearbeiten in Obstanlagen automatisiert und energieautark durchführen könnten und damit insbesondere Entlastung im Bereich körperlich stark beanspruchender, monotoner Arbeiten bringen könnten. Allerdings bestehe hier noch erheblicher Forschungs- und Entwicklungsbedarf, wie Prof. Weltzien betonte.