Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse politische Entscheidungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und Ernährung fundiert unterstützen? Das Format „Leibniz im Bundestag“ bietet hierfür eine exzellente Plattform für den direkten Austausch zwischen Politik und Wissenschaft. Auch in diesem Jahr nutzten wieder Forschende des ATB diese Gelegenheit, um mit verschiedenen Themenangeboten in konstruktive und vertrauliche Gespräche mit Abgeordneten des Deutschen Bundestags zu gehen.
Das Format „Leibniz im Bundestag“ wird von der Leibniz-Gemeinschaft organisiert und bringt jährlich zahlreiche Forschende aus allen Leibniz-Instituten mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages zusammen. Es stärkt das Netzwerk zwischen Wissenschaft und Politik und ermöglicht einen direkten Transfer von Forschungsergebnissen in den parlamentarischen Prozess.
In diesem Jahr gab es 170 Gespräche mit Forschenden aus 63 der 96 Leibniz-Institute. Vom ATB führten vier Wissenschaftler*innen gleich mehrere intensive Gespräche mit Abgeordneten verschiedener Fraktionen. Im Fokus standen dabei zentrale Themen der Agrar- und Ernährungswende:
Dr. Tina Kabelitz erörterte mit MdB Anna Aeikens (CDU/CSU), Agrarökonomin und jüngste Abgeordnete der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Themen rund um die Tierhaltung der Zukunft mit dem Fokus auf mehr Tierwohl und höhere Biosicherheit und erörterte wieso moderne Konzepte eine Kombination beider Themenkomplexe vorschlagen.
Dr. Manuela Zude-Sasse sprach mit MdB Bernd Schuhmann (AfD) über die Herausforderung im Gartenbau. Im Zentrum des Gesprächs standen die Fragen: Wie sichert eine intelligente Wassernutzung die Zukunft des Gartenbaus, wenn Klimawandel, Hitzestress und Spätfrost zur neuen Normalität werden? Wie gestalten wir Gartenbausysteme ressourcenschonend und resilient?
Prof. Dr. Thomas Amon diskutierte mit MdB Christoph Frauenpreiß (CDU/CSU) die Frage, welche politischen Rahmenbedingungen benötigt werden, damit KI in der Nutztierhaltung Innovation, Tierwohl, Nachhaltigkeit und faire Wettbewerbsbedingungen gleichermaßen stärken kann.
Unsere wissenschaftliche Direktorin, Prof. Dr. Barbara Sturm, führt gleich zwei zentrale Gespräche im Rahmen von „Leibniz im Bundestag“: Sie tauschte sich mit MdB Anna Aeikens (CDU/CSU) über die Resilienz unserer Lebensmittelversorgung in Zeiten von Klimawandel, Wasserknappheit und Arbeitskräftemangel aus. Im Juli ist mit MdB Christoph Frauenpreiß (CDU/CSU) zu dieser Thematik ebenfalls ein Gespräch geplant.
Wir freuen uns über die gute Resonanz auf unsere Gesprächsangebote. Der direkte Austausch zwischen Wissenschaft und Politik ist essentiell, um Gesetze und Strategien zu entwickeln, die sowohl wirksam als auch praxistauglich sind. Der persönliche Dialog, in dem unsere Forschenden nicht nur Grundlagenwissen, sondern auch konkrete technologische Lösungsvorschläge liefern können, ermöglicht es, über tagespolitische Schlagzeilen hinauszugehen, komplexe Zusammenhänge zu erörtern und die Folgen von Entscheidungen abzuschätzen. Vielen Dank für die spannenden und konstruktiven Gespräche. Wir freuen uns auf die nächste Ausgabe von Leibniz im Bundestag.
Kontakt
Dr. Ulrike Glaubitz
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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