Agrarholz-Versuchsflächen
Das ATB forscht bereits seit 1994 am Standort Potsdam-Bornim intensiv zu Anbau, Ernte, Lagerung und Nutzung von schnellwachsenden Baumarten in der Landwirtschaft. Hierzu zählen Pappeln, Weiden und Robinien. Bis heute liefert der Dauerversuch am ATB umfängliche Daten. Damit ist der ATB-Campus Bornim einer der deutschlandweit langjährigsten Versuchsstandorte für Kurzumtriebsgehölze.
Campus Potsdam-Bornim
Die Versuchsflächen des ATB in Potsdam-Bornim umfassen 36 Hektar, auf denen heute überwiegend Pappeln wachsen. Darunter befinden sich verschiedenste Züchtungen, die sich durch hohe Erträge bei gleichzeitig guter Resistenz gegenüber Trockenheit oder Schädlingen auszeichnen.
Im Jahr 2019 baute das ATB eine Holzhackschnitzelheizung zur Wärmeversorgung des Institutsgeländes ein. Die Pappeln, Weiden und Robinien liefern ca. 50% der benötigten Energie. Geerntet werden sie mithilfe eines am ATB entwickelten Mähhackers.
Forschung auf der Kurzumtriebsplantage und in Agroforstsystemen
Erste Versuche am ATB-Campus zielten darauf ab, schnellwachsende und möglichst anspruchslose Gehölze zu identifizieren, die in kurzen und regelmäßigen Abständen geerntet und energetisch genutzt werden können. Pappeln und andere schnellwachsende Gehölze in Kurzumtriebsplantagen oder Agroforstsystemen bieten nicht nur Hackschnitzel für eine klimaneutrale Wärmeerzeugung. Sie verringern zudem Bodenerosion, erhöhen den Humusgehalt im Oberboden, binden CO2 im Wurzelbereich, steigern die Biodiversität und dienen als Windfang und sommerlicher Hitzeschutz in Agroforstsystemen.
Aus den ersten Versuchen im Jahr 1994 entwickelten sich somit weitere umfangreiche Langzeitversuche, die sich mit verschiedenen Themen beschäftigen:
- Anbau von Agrarholz in Agroforstsystemen,
- Emissionen bodenbürtiger Treibhausgase und der langfristigen Speicherung von CO2,
- Entwicklungen neuer Techniken und Verfahren für Ernte und Lagerung,
- Rückumwandlung in Acker- und Grünland.
Neben der energetischen Nutzung von Agrarholz ist ein weiterer Schwerpunkt unserer Forschung die Entwicklung moderner Verfahren zur nachhaltigen Produktion und Nutzung von Holz für die stoffliche Verwertung. Hier können das Holz oder die daraus gewonnenen Pflanzenfasern vor allem in der Bau-, Zellstoff- und Papierindustrie oder als Ausgangsmaterial für biobasierte Chemikalien eingesetzt werden.
Weitere Informationen unter Programmbereich "Multifunktionale Biomaterialien"