Dr. Christiane Herrmann wurde vergangene Woche auf dem Biogas-Innovationskongress 2026 in Osnabrück der Biogas-Innovationspreis der Deutschen Landwirtschaft in Silber überreicht. Ausgezeichnet wurde die interdisziplinäre, praxisnahe Forschungsarbeit zur Reduzierung von Treibhausgasen und Nährstoffverlusten bei der Lagerung von Gülle und Gärresten.
Der vom Deutschen Bauernverband verliehene Preis würdigt die wegweisenden Ergebnisse des Forschungsprojekts „EMeRGE“, das von Dr. Christiane Herrmann, Arbeitsgruppenleiterin und Programmbereichssprecherin am ATB, koordiniert wurde. Im Zentrum der ausgezeichneten Arbeit steht der Einsatz des Additivs Kalkstickstoff, das gleich drei entscheidende Vorteile bietet: Es mindert gezielt Treibhausgasemissionen, bewahrt den Stickstoff während der Lagerung von Wirtschaftsdüngern und erhält gleichzeitig das wertvolle Methanbildungspotenzial für eine effizientere Nutzung in der Biogasanlage.
Interdisziplinäre Forschung als Schlüssel zum Erfolg
„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und die damit verbundene Würdigung unserer interdisziplinären Forschungsarbeiten“, so Dr. Christiane Herrmann, die den Preis entgegennahm. „Vielen Dank an die Kolleginnen und Kollegen und unsere Partner für die gute Zusammenarbeit in diesem spannenden und interessanten Projekt.“
Der Erfolg des im letzten Jahr abgeschlossenen EMeRGE-Projekts basiert auf einer engen Zusammenarbeit mehrerer Abteilungen und Arbeitsgruppen am ATB sowie mit unserem Industriepartner Alzchem Trostberg GmbH. Neben den Untersuchungen zur Emissionsminderung in der Arbeitsgruppe Umweltbioverfahrenstechnik umfasste das Projekt auch umfangreiche Analysen zum Mikrobiom in Wirtschaftsdünger und Boden in der Arbeitsgruppe Mikrobielle Ingenieurökologie, zu Treibhausgasemissionen im Feld, sowie eine umfassende Bewertung der gesamten Prozessketten durch die Abteilung Technikbewertung. Das Forschungsprojekt „EMeRGE“ wurde vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert.
Renommierte Auszeichnung für Wissenschaft mit Wirkung
Der Biogas-Innovationspreis der Deutschen Landwirtschaft wird jährlich in den Kategorien Wissenschaft und Wirtschaft verliehen und gilt als wichtige Auszeichnung der Branche. Die Preisträger werden in einem zweistufigen Verfahren ermittelt: Zunächst wählt eine Fachjury aus allen Einsendungen die 15 interessantesten Innovationen aus, die auf dem Kongress präsentiert werden dürfen. Aus diesem Kreis werden schließlich die Gewinner gekürt.
Der Wissenschaftspreis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert, die von der Landwirtschaftlichen Rentenbank zur Verfügung gestellt werden. Die Auszeichnung in Silber ist mit einem Preisgeld von 3.000 Euro verbunden.
Prof. Barbara Sturm, Wissenschaftliche Direktorin am ATB, freut sich mit dem Projetteam: „Herzlichen Glückwunsch an Dr. Christiane Herrmann und das gesamte EMeRGE-Team zu dieser verdienten Auszeichnung. Dieser Erfolg ist ein Paradebeispiel für die Stärke unserer abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit am ATB, bei der Expertise aus Verfahrenstechnik, Mikrobiologie und Technikbewertung perfekt ineinandergreifen. Mein besonderer Dank gilt Frau Dr. Herrmann, die das Projekt mit großem Engagement und wissenschaftlicher Exzellenz koordiniert hat. Solche praxistauglichen Innovationen sind der Schlüssel, um die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten und einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Der Preis ist für uns Ansporn, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“
Weiterführende Informationen
Pressemitteilung zum Projektabschluss EMeRGE-Abschlussbericht
Kontakt
Dr. rer. agr. Christiane Herrmann
Leiterin der AG Umweltbioverfahrenstechnik und Projektkoordinatorin EMeRGE
Telefon: +49 331 5699-231
E-Mail: cherrmann@atb-potsdam.de