FutureFoodS Lighthouse Living Lab Berlin–Brandenburg
Connecting regional priorities, research and real-world testing to implementation
Von der Idee bis zur Umsetzung
Berlin und Brandenburg vereinen den städtischen Nahrungsmittelbedarf mit landwirtschaftlicher Produktion, Lebensmittelverarbeitung, Logistik, Forschung, Unternehmertum und starken bürgerschaftlichen Initiativen. Doch diese Kapazitäten sind oft nur für die Dauer einzelner Projekte oder Förderprogramme miteinander vernetzt. Vielversprechende Ideen können zwischen Forschung, Erprobung und den für Beschaffung, Betriebspraxis, Investitionen oder Politik erforderlichen Entscheidungen ins Stocken geraten.
Das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB) entwickelt das FutureFoodS Lighthouse Living Lab gemeinschaftlich als Stadt-Region-Plattform, um diese Lücke zu schließen. Ziel ist es, bestehende Initiativen, Einrichtungen und reale Umgebungen rund um ein ausgewähltes Portfolio konkreter Probleme zu vernetzen, um gesunde, widerstandsfähige und nachhaltige Ernährungssysteme in Berlin-Brandenburg zu schaffen.
Das „FutureFoodS Lighthouse Living Lab“ ist in der FutureFoodS-Partnerschaft verankert und steht im Zusammenhang mit den Aufgaben des ATB im Rahmen der AGROECOLOGY-Partnerschaft sowie des Leibniz-Innovationshofs für nachhaltige Bioökonomie (InnoHof).
Mission
Unsere Mission ist es, die Fähigkeit der Region Berlin-Brandenburg zu stärken, gemeinsame Prioritäten und Forschungsergebnisse im Bereich des Ernährungssystems in bewährte, evidenzbasierte Maßnahmen umzusetzen. Das „Lighthouse“ wird jedes ausgewählte Problem mit den dafür erforderlichen Menschen, Schlüsselakteuren, Wissen, Orten und Ressourcen verknüpfen, um es in der Praxis anzugehen.
Wichtigste Prioritäten
- Regionale Versorgungsengpässe, Verarbeitung und Logistik
- Ernährungspolitik und öffentliche Beschaffung
- Zugang zu Lebensmitteln und dem alltäglichen Ernährungsumfeld
Vorgehensweise
Das Lighthouse-Projekt konzentriert sich auf eine ausgewählte Anzahl regionaler Probleme, bei denen mehrere Akteure zusammenarbeiten müssen und für die es einen realistischen Handlungsweg gibt. Es bringt zu jedem Problem die direkt Betroffenen, die Entwickler und Tester möglicher Lösungsansätze sowie diejenigen zusammen, die die Ergebnisse in die Praxis umsetzen können. Die Teilnahme basiert auf einer klaren Rolle und einem konkreten Beitrag.
PROBLEM → KOALITION → PRAXISVERSUCH → BELEGE → UMSETZUNG
Bevor die Erprobung beginnt, einigen sich die Partner auf das Problem, die angestrebte Veränderung, den realen Kontext und den Weg zur Umsetzung. Aufbauend auf bestehenden Initiativen, Einrichtungen und lokalem Wissen testen sie praktische Optionen und prüfen deren Machbarkeit, Auswirkungen und Kompromisse. Die Ergebnisse führen zu einer Entscheidung: Entweder wird eine Option durch operative Maßnahmen, Beschaffung, Investitionen oder politische Maßnahmen weiterverfolgt; sie wird überarbeitet und erneut getestet; auf einen anderen Kontext übertragen; oder eingestellt.
Partner
- Behörden, Einkäufer und Gastronomieunternehmen, um Umsetzungsprobleme zu klären, Optionen zu testen und entscheidungsreife Erkenntnisse zu gewinnen.
- Erzeuger, Verarbeiter, Logistikdienstleister und Lebensmittelunternehmen, um relevante Kooperationspartner, Wissen, Testumgebungen und Wege zur praktischen Anwendung zu finden.
- Gemeinde- und zivilgesellschaftliche Initiativen, um praktisches Wissen einzubringen, Fallbeispiele zu entwickeln und Ansätze zu stärken, deren Potenzial über einen einzelnen Standort hinausgeht.
- Forschung, Infrastruktur, Förderer und Akteure der Regionalentwicklung, um die Arbeit in der regionalen Praxis zu verankern und besser vorbereitete Fallbeispiele für eine Förderung zu identifizieren.
Regionale, nationale und europäische Kooperationen
Der Wissensaustausch erfolgt über das FutureFoodS-Living-Lab-Netzwerk, das Agroökologie-Living-Lab und das Forschungsinfrastruktur-Netzwerk sowie gegebenenfalls über das Leibniz-Forschungsnetzwerk „Grüne Ernährung – Gesunde Gesellschaft“ und das Leibniz-Lab „Systemische Nachhaltigkeit“.
Das ATB koordiniert den Aufbau des „Lighthouse Living Lab“. Seine ersten Anwendungsfälle, sein Beteiligungsmodell und seine langfristige Struktur werden gemeinsam mit Akteuren in Berlin, Brandenburg sowie relevanten nationalen und europäischen Netzwerken gestaltet. In Brandenburg werden derzeit ausgewählte ländliche Living-Lab-Standorte geprüft. Konkrete Organisationen werden als Partner benannt, sobald die Rollenverteilung vereinbart ist.
Wenn Ihre Organisation ein konkretes regionales Problem, einen geeigneten realen Anwendungsfall, einen Weg zur Umsetzung oder relevantes Wissen bzw. Infrastruktur mitbringt, laden wir Sie herzlich ein, sich mit einer kurzen Beschreibung des Problems, der bereits beteiligten Akteure und des vorgeschlagenen Beitrags bei uns zu melden.