Präzisionslandwirtschaft in Pflanzenbau und Tierhaltung

Foto: ATB

Neues Wetterradar für präzise Niederschlagsmessung in Brandenburg installiert

Installation des Wetterradar (Bild: GFZ)

Wie können Landwirt*innen wissen, ob der nächste Regen den eigenen Acker trifft oder nur den des Nachbarn? Eine präzise Antwort auf diese Frage ist für eine ressourcenschonende Bewässerung entscheidend. Mit der Installation des ersten von zwei hochauflösenden Wetterradaren im Projekt AgroHyd-X in Wünsdorf kommt Brandenburg der datengestützen Landwirtschaft einen großen Schritt näher.

Gerade in einer Region wie Brandenburg spüren Landwirt*innen die Folgen des Klimawandels deutlich. Anhaltende Trockenperioden und sandige Böden, die Wasser nur schlecht speichern, machen jeden Tropfen Regen kostbar. Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft sind daher genaue Informationen über die räumliche und zeitliche Verteilung von Niederschlägen unerlässlich. Sie bilden die Grundlage, um Bewässerungsmaßnahmen gezielt zu planen und die wertvolle Ressource Wasser so effizient wie möglich zu nutzen.

Das im März 2026 in Wünsdorf installierte Radar ist das erste von zwei geplanten Systemen des Projekts. Es handelt sich um ein modernes FURUNO X-Band-Radar, das speziell für die landwirtschaftliche Anwendung entwickelt wurde. Seine Stärke liegt in der extrem hohen Auflösung: Es erfasst Niederschlagsereignisse in einer Auflösung von 100 mal 100 Metern. Damit macht es auch kleinräumige Gewitterzellen oder Regenschauer sichtbar, die von großflächigen Wettermessnetzen oft übersehen werden. Der Standort auf einem bestehenden Funkmast sichert ein freies Sichtfeld und damit eine hohe Datenqualität. Mit der erfolgreichen Montage beginnt nun die Phase der Kalibrierung und des Testbetriebs.

Die rohen Radardaten allein nützen den Landwirt*innen jedoch wenig. Deshalb bringen wir am ATB unsere Expertise in der datengestützten Bewertung von Bewirtschaftungssystemen ein. Unser Ziel: Die Integration der hochaufgelösten Niederschlagsinformationen in praxistaugliche Modelle wie das AgroHyd Farmmodel, um eine einheitliche und verlässliche Methode zu entwickeln, mit der sich die Wassernutzungseffizienz direkt auf dem Feld bewerten und optimieren lässt. Damit übersetzen wir innovative Messtechnik in konkrete Handlungsempfehlungen für eine nachhaltigere Landwirtschaft.

Für die praxisnahe Entwicklung arbeiten die Forschenden von ATB und GFZ eng mit zentralen Partnern wie dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zusammen. Die Kooperation mit landwirtschaftlichen Betrieben wie der Oehnaland Agrargesellschaft mbH und der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung e. V. (LVAT) stellt sicher, dass die entwickelten digitalen Werkzeuge den tatsächlichen Bedürfnissen der Landwirt*innen entsprechen. Zusätzlich zum Radar installiert das ATB bei den Partnerbetrieben weitere Messanlagen, um Freilandniederschlag, Bestandsniederschlag und Bodenfeuchte erfassen zu können.

Hintergrund

Das Verbundprojekt AgroHyd-X zielt auf die Optimierung der Wassernutzung in der Landwirtschaft durch ein innovatives, regionales Niederschlagsmonitoring. Es wird gemeinschaftlich vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung und dem Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) koordiniert. Die Installation des ersten Radars in Wünsdorf fand am 5. März 2026 statt. Als Teil der Innovationsstrategie des Landes Brandenburg (innoBB 2025) wird das Projekt als Leuchtturmvorhaben für eine digitale und wassersensible Landwirtschaft gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg aus Mitteln des Europäische Union - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung.

Mehr zum Projekt AgroHyd-X

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