Wie lassen sich Pflanzenschutzmittel im Obstbau so präzise ausbringen, dass sie nur dort wirken, wo sie sollen? Um diese und weitere praxisnahe Fragen zu diskutieren, lud der Pflanzenschutzdienst des Landes Brandenburg am 23. April 2026 Obstbauern und -bäuerinnen zu einer Informationsveranstaltung ins Fieldlab für digitale Landwirtschaft des ATB in Potsdam-Marquardt ein. Im Mittelpunkt standen innovative Techniken zur Abdriftminderung und der Umgang mit aktuellen Schadorganismen.
Der Obstbau steht vor der Herausforderung, Erträge zu sichern und gleichzeitig Umweltauflagen gerecht zu werden. Der gezielte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist dabei ein entscheidender Faktor. Abdrift, also die unerwünschte Verwehung von Spritzmitteln auf benachbarte Flächen, stellt nicht nur einen Wirkstoffverlust dar, sondern belastet auch die Umwelt. Innovative Applikationstechnik ist daher unerlässlich, um den Pflanzenschutz effizienter und nachhaltiger zu gestalten.
Expert*innen des Pflanzenschutzdienstes LELF gaben einen Überblick über die aktuelle Entwicklung und Ausbreitung relevanter Schadorganismen im brandenburgischen Obstbau und stellten wirksame Behandlungsstrategien vor. Den Höhepunkt bildete die Demonstration im Feld: Hier wurde ein alternatives, abdriftminderndes Applikationssystem einem herkömmlichen Sprühgerät gegenübergestellt. Die Teilnehmenden konnten die Unterschiede in der Verteilung der Spritzflüssigkeit direkt beobachten und erhielten Hinweise zur richtigen Einstellung und Kalibrierung. Die Obstbauern und -bäuerinnen nutzten die Gelegenheit, ihre eigenen Erfahrungen aus der Praxis zu teilen und gezielte Fragen an die Fachleute zu stellen.
Dass diese wichtige Veranstaltung im Fieldlab für digitale Landwirtschaft des ATB stattfand, ist kein Zufall. Unser Institut forscht intensiv an präzisen und umweltschonenden Technologien im Obst- und Gemüsebau. Das Fieldlab am Standort Marquardt bietet ideale Voraussetzungen, um solche Technologien unter praxisnahen, aber kontrollierten Bedingungen zu testen und zu demonstrieren. Mit unserer Expertise in Sensorik und Agrarmechatronik tragen wir dazu bei, den Pflanzenschutz zukunftsfähig zu machen und den Dialog zwischen Forschung und landwirtschaftlicher Praxis zu fördern.
Die Veranstaltung richtete sich gezielt an Obstbauern und -bäuerinnen aus der Region, die hier eine wichtige Plattform für Weiterbildung und fachlichen Austausch fanden. Vielen Dank für den wichtigen Austausch. Wir freuen uns auf die nächste gemeinsame Veranstaltung und die weitere Unterstützung.
Kontakt
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Leiter des Fieldlab für digitale Landwirtschaft
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Dr. Ulrike Glaubitz
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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