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Corona-Erschwernis auch für den IPCC

Blauer Himmel mit Wolken (Foto: Foltan/ATB)

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Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) hat soeben angekündigt, dass eine fristgerechte Fertigstellung des Berichts der Arbeitsgruppe III zum Sechsten Sachstandsbericht (AR6) wegen der durch die COVID-19-Pandemie verursachten Störungen nicht mehr möglich sei.

Die IPCC Arbeitsgruppe III ist befasst mit der Eindämmung des Klimawandels, die Bewertung von Methoden zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und der Beseitigung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre. Die dritte Sitzung der leitenden Autoren der Arbeitsgruppe III sollte ursprünglich vom 15. bis 19. April in Quito, Ecuador, stattfinden. Die weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mit den damit verbundenen Reisebeschränkungen machte neue Formate der Zusammenarbeit erforderlich. Die physische Sitzung wurde abgesagt und als "eLAM3" online abgehalten. Ein eben veröffentlichter Bericht dieses virtuellen Treffens vermittelt einen Einblick in die Vor- und Nachteile, die mit der Ausrichtung großer virtueller Tagungen verbunden sind und skizziert mögliche Auswirkungen für künftige IPCC-Tagungen.

ATB-Wissenschaftlerin Barbara Amon ist Review Editor für Kapitel 2 „Emission trends and drivers“ des sechsten Sachstandberichts. „Aus meiner Sicht ist es durchaus eine Besonderheit, dass sich das IPCC virtuell trifft. Das gab es bislang noch nie. Es war eine ziemliche Herausforderung, die letztlich aber dann doch sehr gut funktioniert hat. Und es zeigt auch, wie engagiert die Klimawissenschaft weltweit ist. Selbst unter solch stark erschwerten Bedingungen bleibt sie weiter aktiv, um die wissenschaftlichen Grundlagen zusammen zu tragen und den ambitionierten Zeitplan zur Erreichung der gesteckten Klimaziele einhalten zu können“, so Barbara Amon. „Der Bericht muss pünktlich fertig werden, damit die Ergebnisse in die anstehenden  politischen Entscheidungen einfließen können.

Der IPCC befindet sich nun in seinem sechsten Berichtszyklus. Als Ergebnis soll der sechste Sachstandbericht (AR6) mit Beiträgen seiner drei Arbeitsgruppen und einem Synthesebericht, drei Sonderberichten und einer Präzisierung des letzten Methodenberichts erstellt werden.