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Foto: ATB

EU-Projekt SustInAfrica gestartet

Das Projekt SustInAfrica will Kleinbauern sowie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Nord- und Westafrika unterstützen, die landwirtschaftliche Produktion nachhaltig zu intensivieren. ATB ist einer von 16 Partnern aus 11 Ländern, die in den nächsten Jahren am Projekt mitwirken werden. SustInAfrica wird im Rahmen des Horizont-2020-Programms der Europäischen Union finanziert.

Mit der wachsenden Weltbevölkerung stehen die Agrar- und Lebensmittelsysteme global vor zahlreichen sehr komplexen Herausforderungen. Die beschleunigte Erderwärmung und Einflüsse menschlichen Handelns mit ihren Auswirkungen auf die Anpassungsfähigkeit der landwirtschaftlichen Produktion und der Ökosysteme tragen dazu bei, die Lage weiter zu verschärfen. Es ist zu erwarten, dass der afrikanische Kontinent die schwersten Folgen zu tragen haben wird. In Nord- und Westafrika haben die bestehenden Landwirtschaftssysteme und -praktiken zu einer weitreichenden Degradierung der Böden und der Agrarökosysteme geführt. Mit dem Abbau der Bodenfunktion als Wasser- und Nährstoffspeicher verlieren die Systeme zunehmend ihre Funktion für die Produktioin von Lebens- und Futtermitteln sowie für den Erhalt der Pflanzengesundheit.

Das Projekt SustInAfrica will zur Bewältigung dieser Herausforderungen beitragen. Das von der EU finanzierte Projekt zur nachhaltigen Intensivierung der Nahrungsmittelproduktion in West- und Nordafrika zielt auf die Entwicklung belastbarer und nachhaltiger landwirtschaftlicher Systeme. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Kleinbauern, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen in Ghana, Burkina Faso, Niger, Ägypten und Tunesien zu befähigen, die Nahrungsmittelproduktion zu intensivieren und Ökosystemdienstleistungen auf nachhaltige und belastbare Weise zu erbringen. 

“Das Projekt strebt dies durch eine umfassende Analyse der lokalen Ökosysteme an und bietet darüber hinaus Strategien für das Management von Boden, Wasser und Pflanzengesundheit. Es wird auch Geschäftsmodelle und -politiken bereitstellen und Technologien entwickeln, die Landwirte in ihrer Entscheidungsfindung unterstützen", sagt Projektkoordinator Nils Borchard vom koordinierenden Natural Resources Institute Finland (LUKE).

Das ATB wird mit der Entwicklung intelligenter Technologien für die Bewirtschaftung von Ökosystemen und den Pflanzenbau zum Projekt beitragen (WP 2). Neben der Leitung dieses Arbeitspakets wird das ATB in einem systemischen Ansatz eine Strategie zum Einsatz intelligenter Technologien für afrikanische Kleinbauern entwickeln. Von zentraler Bedeutung sind dabei Instrumente zur Überwachung von Insektenschädlingen. Hier kann das ATB auf seine Expertise im Bereich Data Science zurückgreifen sowie auf seine effiziente Infrastruktur für die Umsetzung von komplexen Deep Learning Modellen in intelligente Sensortechnologie. Als ein Ergebnis wird das Tool InsectaMon entwickelt, das sich stark auf zukunftsorientierte IKT stützt und erschwingliche Sensortechnologie mit einem intelligenten, auf maschinellem Lernen basierenden Design kombiniert. Kalibriert und getestet wird das Tool in Ghana im Ananasanbau, in Burkina Faso mit Baumwolle und in Tunesien mit Oliven.

SustInAfrica vereint 16 Partner aus 11 Ländern, die ab Sept. 2020 für die Dauer von fünf Jahren zusammenarbeiten werden. Die Finanzierung des Projekts erfolgt im Rahmen des EU Programms Horizon 2020 der Europäischen Union.

Kontakt ATB: Dr. Michael Schirrmann

Weitere Informationenwww.sustinafrica.com