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Digitalisierung im Visier

Mobile Sensorplattform zur Erfassung von Bodeneigenschaften (Foto: ATB)

ATB-Wissenschaftlerin Dr. Manuela Zude erläutert die vom ATB entwickelte APP Cherry Harvest Size (Foto: ATB)

13. Juli 2018: Brandenburgs Digitalisierungskoordinator Thomas Kralinski informierte sich bei seinem Besuch am ATB über den aktuellen Stand der Digitalisierung und die Zukunftspotentiale einer informationsgeleiteten Landwirtschaft. 

Staatssekretär Kralinski, Bevollmächtigter des Landes Brandenburg beim Bund und für Medien und Internationale Beziehungen und zuständig für die Erarbeitung der Digitalisierungsstrategie des Landes, informierte sich bei seinem Besuch über Potentiale und gegenwärtige Hemmnisse einer informationsgeleiteten Landwirtschaft. 

Im ATB-Windkanal stellte ATB-Wissenschaftlerin Gundula Hoffmann am Beispiel der Modellkuh Rosa vor, wie in Zukunft Sensoren an Milchkühen für eine automatisierte Kühlung im Kuhstall sorgen könnten. „Bei extrem hohen  Temperaturen, wie wir sie in diesem Sommer erleben, leiden die Kühe sehr unter Hitzestress“, erläuterte Gundula Hoffmann. „Wir arbeiten an einer automatisierten Steuerung der Stallklimatisierung, die von den aktuell erfassten Vitalparametern der Tiere, dem Strömungsgeschehen im Stall und aktuellen Wetterdaten gespeist wird.“   

Am ATB-Forschungsstandort Marquardt, im „Fieldlab for Digital Agriculture“ erläuterten ATB-Wissenschaftler, wie im Pflanzenbau eine automatisierte Datenerfassung durch Sensoren dazu beitragen kann, den Verbrauch von Wasser, Dünger oder Pflanzenschutzmitteln zu verringern.

Die im Rahmen des Projekts „Intelligence for Soil (I4S)“ entwickelte mobile Sensorplattform soll in Zukunft eine umfassende Bodenkartierung ermöglichen. Die Auswertung der Sensordaten erfolgt über abgestimmte Boden- und Pflanzenmodelle, die als Grundlage eines Entscheidungsunterstützungssystems für die ortsspezifische Düngung von Stickstoff, Phosphor, Kalium und Kalk fungieren. 

Allerdings gebe es für Forschung und Politik noch viel zu tun, räumte ATB-Wissenschaftler Robin Gebbers ein. Um zu verhindern, dass Landwirtschaft 4.0 nicht nur im Forschungslabor stattfindet, sei ein rascher flächendeckender Ausbau des Breitbandnetzes erforderlich. Zudem wünschen sich die Forscher digitale Modellbauernhöfe, auf denen sich interessierte Landwirte über die Möglichkeiten digitalisierter Prozesse informieren können. 

 
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