Technik in der Tierhaltung

technische Ausstattung




Flüssigkeitstechnikum
Windkanal
Emissionslabor
Emissions- und Immissionsmessung
Modelltechnik
ICAR-Melklabor


Flüssigkeitstechnikum
Das Flüssigkeitstechnikum wurde mit Hilfe von EU-Fördermitteln 1998/1999 grundlegend modernisiert. Es wurde mit Versorgungseinrichtungen für Warmwasser, destilliertes Wasser und Druckluft, Einrichtungen zur Abführung von Oberflächenwasser, einer Kühlzelle und einem klimatisierten Emissionslabor ausgerüstet.

Folgende Versuchsstände sind vorhanden:
  • Pumpen- und Rohrleitungsversuchsstand (Bild links),
  • Das Stofflabor (Bild mitte) dient einmal zur Messung physikalischer Stoffeigenschaften (Viskosität, Dichte, TS-Gehalt, Leitfähigkeit, pH-Wert) parallel zu Praxis- und Technikumsversuchen. Weiterhin können die wichtigsten Inhaltsstoffe von Rohmilch aus Praxis- und Laborversuchen mit dem Milcoscan S 54 (Fett, Eiweiß, Laktose und Gesamt-TS) sowie dem Fossomatic 360 (Anzahl somatischer Zellen) bestimmt werden.
  • Fischgräten-Versuchsmelkstand (Bild rechts) mit verschiedenen Melkzeugen (Westfalia, Happel, De Laval, Fullwood, Itec, SAC), die durch die Mehrpunkt-Druckmessplätze (Bovi Press) und die Mehrkomponenten-
    Kraftmesseinrichtung (DLG) getestet werden können. Es sind verschiedene Melksysteme installiert (Westfalia, Happel, Fullwood), sodass ein breites Versuchsspektrum gegeben ist.
Versuchsstand    Stofflabor      Melkstand




Emissionslabor
Das Emissionslabor dient der Ermittlung gasförmiger Freisetzungen (Ammoniak, Methan, Schwefelwasserstoff u. a.) aus Wirtschaftsdüngern, organischen Reststoffen und ähnlichen Substraten (Bild links). Emissionslabor Olfaktometer Für die Untersuchungen zum Verhalten der Substrate stehen Behälter mit einem Volumen bis zu 0,1 m³ zur Verfügung.
Die Gaskonzentrationen werden mit verschiedenen Methoden ermittelt, vornehmlich mit einem photoakustischen Multigasmonitor (NDIR).

Geruchsproben werden mit einem Olfaktometer (Bild rechts) mit vier Panelplätzen untersucht.



Modelltechnik
Volumenstrommesseinrichtung Lüftungstechnische Modelle ermöglichen die systematische Untersuchung der Durchströmung von Stallgebäuden und der damit verbundenen Emissionen. Links ist das Modell eines Schweinestalles (Maßstab 1 : 20) zu sehen. Die Gülle unterhalb der Spaltenböden wird mit wässriger Ammoniaklösung nachgebildet.

Mit einer Volumenstromförder- und -messeinrichtung (Bild rechts) kann der Volumenstrom durch das Modell mit hoher Genauigkeit eingestellt werden.
Volumenstromförder- und Messeinrichtung



Windkanal
Der Grenzschichtwindkanal des ATB dient der Untersuchung von Ausbreitungsvorgängen in der atmosphärischen Grenzschicht ( Datenblatt).
Moderne Messtechnik ermöglicht die Ermittlung und Einstellung der Windverhältnisse, die Ausmessung von Konzentrationsfeldern, die Bestimmung von Drücken an Gebäuden, die Ermittlung des Luftwechsels bei frei gelüfteten Stallmodellen sowie die Sichtbarmachung von Luftströmungen mit Hilfe der Laser-Lichtschnitt-Technik.
Zurzeit entstehen ein Neubau des Windkanals und eine Erweiterung der vorhandenen Messtechnik. Finanziert wird diese national einmalige Forschungsinfrastruktur durch EFRE-Mittel (Europäischer Fond für Regionale Entwicklung) aus dem Bereich der Agrar- und Umweltforschung.

Grenzschichtwindkanal



Emissions- und Immissionsmessung Tierhaltung
Emissionsdaten werden zur emissionsseitigen Bewertung von Haltungs-, Entmistungs- und Lüftungssystemen benötigt. Andererseits sind diese Daten Ausgangswerte für Immissionsprognosen. In der Praxis werden die Konzentrationen mit dem Multigasmonitor (Gase) und mit einem Olfaktometer (Gerüche, Emissionslabor) bestimmt. Die Volumenströme werden mit Hilfe von Messventilatoren, Geschwindigkeitsmessgeräten Luftwechselmessplatz Immissionsmessplatz und über Bilanzmethoden ermittelt. Eine besondere Methode hat das ATB unter Nutzung des Tracergases Krypton 85 entwickelt. Maximal 40 Sensoren (Flächenzählrohre, s. Bild links) messen gleichzeitig im Sekundentakt die Zählrate (ist proportional der Kryptonkonzentration). Mit diesem Messsystem ("Abklingmethode") können insbesondere in frei gelüfteten Ställen hohe Luftwechselraten (bis 1000 h-1) gemessen werden.

Ein Immissionsmessplatz für Ammoniak (Bild rechts) ermöglicht parallel zu den Emissionsmessungen die Untersuchung des Ausbreitungsverhaltens von Ammoniak in der Umgebung.





ICAR-Melklabor
ICAR-Melklabor Das ICAR-Prüflabor dient hauptsächlich dazu, die Messgenauigkeit von Milchmengenmessgeräten zu überprüfen. Das ATB ist seit 2007 ICAR-Testcenter für Milchmengenmessgeräte.
Das Melklabor an der Lehr- und Versuchsanstalt in Groß Kreutz bietet dazu hervorragende Forschungsmöglichkeiten.

Die Prüfung erfolgt nach ICAR-Guideline 11.1.2. Wenn alle Tests bestanden wurden, wird das ICAR-Siegel "ICAR-Licensed" verliehen.


Melklabor mit direkter Leitung zum Melkstand für Frischmilch (Bild links)
ICAR-Siegel



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