| "Erschließung von
Nachhaltigkeitspotenzialen durch Nutzung innovativer
Sensortechnologien und ganzheitlicher Bewertungsmodelle in
der Produktionskette von pflanzlichen Lebensmitteln"
Sensortechnische Detektion von
Mykotoxin bildenden pilzlichen Schaderregern an der
Getreideähre
Hierbei wird untersucht, ob unter Anwendung komplexer digitaler
Bildauswertung (Thermografie, Chlorophyllfluoreszenz,
Farbbilder, hyper-spektrale Bildaufnahme) der Feldbefall mit
der wichtigsten Schadpilzgattung Fusarium beurteilt werden
kann. Im Projekt wird getestet, ob durch Kombination dieser
bildgebenden Verfahren unter Freilandbedingungen die
Detektion eines Befalls möglich ist. Die Befallseinschätzung
im Getreidefeld dient dazu, befallene Erntepartien schon bei
der Ernte abzutrennen und ggf. gesondert zu behandeln.
Spezifische Verfahrensführung bei der
Getreidetrocknung zur Inhibition von Mykotoxin-bildnern
durch sensortechnische Erfassung von Produktinhomogenitäten
Indikatoren und Sensortechnik zur Erkennung von
Mykotoxinbildnern in der Getreideaufbereitung: Schimmelpilze
und ihre Toxine bedrohen die Qualität von Lebens- und
Futtermitteln an vielen Stellen der Produktionskette. Bei
Getreide ist der Nacherntebereich mit Lagerung, Aufbereitung
und Verarbeitung häufig mit belasteten Partien konfrontiert.
Projektziel ist die Identifizierung von mit Feld- oder
Lagerpilzen oder mit ihren Toxinen belasteten
Getreidepartien. Es sollen Sensoren zur
Geruchsmustererkennung entwickelt sowie die Nutzung
spektroskopischer Eigenschaften von Schimmelpilzen bzw.
Mykotoxinen geprüft werden. Im Weiteren werden die
Voraussetzungen für die Entwicklung eines Arrays
verschiedener Sensortypen geschaffen, welches für das
gezielte und dokumentierte Ausschleusen belasteter
Getreidepartien geeignet ist.
Indikatoren u. Sensortechnik zur
Erkennung von Mykotoxinbildnern in der Getreideaufbereitung
Die Entwicklung eines zur Prozesskontrolle geeigneten
In-line-Mikrowellen Getreidefeuchtesensors sowie die
technische Umsetzung und Erprobung einer darauf gegründeten
modellbasierten Verfahrensführung für Getreidetrockner ist
das Ziel eines weiteren Teilvorhabens. Anhand der
Arbeitsergebnisse soll die Entstehung von Mykotoxinbildnern
vermieden sowie thermische Schädigungen und Verkaufsverluste
durch Übertrocknung minimiert werden können. Das vorhandene,
dem Regelungskonzept zugrunde liegende mathematische Modell
für die Wärme- und Stoffübertragung wird auf kontinuierlich
arbeitende Getreidetrockner erweitert. Die Erprobung des
Mikrowellen-Sensors und des Regelungssystems erfolgt im
Pilotmaßstab sowie an einem industriellen Trockner.
Prozesskette pflanzliche Frischeprodukte
Prozessnahe Qualitätsbestimmung und
vorausschauende Bewertung des Verderbsrisikos bei
gartenbaulichen Produkten
Die Methodenentwicklung zur prozessnahen Qualitätsbestimmung
und vorausschauenden Bewertung des Verderbsrisikos bei
gartenbaulichen Produkten ist einer der drei Themenkomplexe
entlang der Produktionslinien von Obst, Gemüse und
Kartoffel. Ein innovatives sp ektrometrisches
Sensorsystem zur Erfassung der Produktqualität wird hierbei
schrittweise entwickelt und erprobt. Die Bewertung stützt
sich dabei auf Qualitätsbestimmungen am Anfang der
Versorgungskette sowie auf repräsentative Daten der
mechanischen Belastung in der Kette, die zuvor mit einem im
Vorgängervorhaben PSn1 entwickelten miniaturisierten
Stoßsensor erfasst wurden. Dadurch werden frühzeitig
Entscheidungen zur optimalen Verwertung einer Produktpartie
möglich. Mehrjährige Tests und Optimierungsschritte sind
geplant, um die Anforderungen an Sensortechnik und
Bewertungsalgorithmen zur Charakterisierung der
Produktqualität und ihrer Veränderung durch Einflüsse aus
der Prozesskette zu erfüllen.
Entwicklung von Biosensoren zur
prozessbegleitenden Detektion von human- u. phytopathogenen
Mikroorganismen
Produkte der Landwirtschaft sind nach der Ernte
häufig stark verunreinigt. Hierdurch können sich wechselnd
hohe Konzentrationen an human- und phytopathogenen
Mikroorganismen einstellen. Die zeitnahe Bestimmung des
mikrobiellen Kontaminationsgrades bzw. die Überwachung des
Hygienestatus ist mit konventionellen mikrobiologischen
Methoden nicht möglich. Im Rahmen des Projektes werden daher
Methoden zur spezifischen und quantitativen Detektion
mikrobieller Verderborganismen am Beispiel der mikrobiellen
Belastung von Waschwasser aus der Gemüseproduktion
entwickelt. Ziel ist die Entwicklung robuster und
automatisierbarer Applikationen (Biosensoren) auf der Basis
molekularbiologischer bzw. durchflusszytometrischer Methoden
zur spezifischern Detektion von Verderberregern sowie
entsprechender Gebrauchsmuster für den Einsatz in der
Verfahrensoptimierung.
Die Entwicklung eines modularen
intelligenten Systems zur durchgängigen Qualitätskontrolle
in der Logistikkette von pflanzlichen Frischeprodukten
Das System soll helfen, Messwerte lückenlos vom Produzenten
über Transport und Zwischenlagerung bis in den Handel
bezüglich qualitätsrelevanter Parameter zu erfassen und zu
bewerten. Auf
der
unteren Ebene werden dabei modulare Funklogger zur Messung
von Lufttemperaturen und Luftfeuchten (und zur Übertragung
von Textinformationen) angeordnet, die sowohl autark als
auch in einem internetbasierten, datenbankgestützten System
arbeiten (Abb. 2). Durch die zielgerichtete Anwendung des
Systems soll im gesamten Nacherntebereich ein wesentlicher
Beitrag zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in der
Wertschöpfungskette am Beispiel der Obst- und
Gemüseproduktion geleistet werden.
Technikbewertung
Die Ketten übergreifende Technikbewertung zur Abschätzung
der sozio-ökonomischen und ökologischen Effizienz wird in
einem übergeordneten Teilprojekt bearbeitet. Das Ziel des
Teilprojektes besteht darin, im Sinne einer
Technikfolgenabschätzung die Auswirkungen des
Sensoreinsatzes exemplarisch entlang der Getreidekette zu
erfassen, zu analysieren und zu bewerten. Diese Auswirkungen
bestehen z.B. in Veränderungen der Produktionsverfahren, in
verbesserter Produktqualität und höherer
Lebensmittelsicherheit, in der Umweltentlastung, in erhöhter
Wirtschaftlichkeit sowie in verbesserten Arbeitsbedingungen.
Die Ergebnisse sollen sowohl die Hersteller als auch die
Anwender der Sensorsysteme unterstützen. Sie erhalten mit
den Ergebnissen des Vorhabens Planungsgrundlagen für die
Einordnung der Sensortechnik in die Produktionsketten und
die Anpassung der Verfahren an sensorbedingte Veränderungen
sowie Kenntnisse zur Abschätzung von wirtschaftlichen Folgen
und Umweltwirkungen des Sensoreinsatzes. |