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 Innovationen
 am Leibniz-Institut für Agrartechnik
 Potsdam-Bornim e.V. (ATB)

    


Neues Hochleistungsverfahren zur Vergärung von Nachwachsenden Rohstoffen

Versuchsdurchführung

Versuchsstand zur Erprobung des Aufstromverfahrens im Biotechnikum des ATBEin kleintechnischer Versuchsstand wurde zur Erprobung des Aufstromverfahrens errichtet und über einen mehrmonatigen Zeitraum kontinuierlich betrieben.




 Schema des Versuchsaufbaus

Der Schwerpunkt der Untersuchungen lag dabei auf der Leistungsfähigkeit des Aufstrom-Feststoffreaktors (26,5 l), weshalb der Festbettreaktor mit 78 l sehr großzügig dimensioniert wurde.
Die Zugabe und Entnahme der Feststoffe erfolgte per Hand. Um eine möglichst gleichmäßige Verteilung der zugegebenen Biomasse zu erreichen, wurde ein Magnetrührer am Boden des Reaktors installiert. Das Rühren beschränkte sich auf kurze Phasen der Substratzugabe und wirkte nicht auf das Festbett ein.
Zur Abtrennung der Flüssigphase wurde der Feststoffreaktor am oberen Ende mit einem Trichter aus überlappenden Ringelementen ausgestattet. Der Austausch der Prozessflüssigkeit zwischen den Reaktoren erfolgte kontinuierlich mit Hilfe einer Schlauchpumpe. Die Prozesstemperatur wurde im gesamten System auf thermophile 55°C eingestellt. Als Substrate wurden nacheinander zwei unterschiedliche Maissilagen eingesetzt, Maissilage1 (TS = 33,1 %, oTS = 96,7 % TS) bis einschließlich Tag 27 und nachfolgend Maissilage 2 (TS = 34,9 %, oTS = 95,9 % TS). Zur Strukturverbesserung wurden außerdem 2 bis 5 Masse-% Gerstenstroh zudosiert. Anhand von Batch-Gärtests wurden die Methanpotenziale der organischen Substanz von Maissilage 1 (415 l kg-1), Maissilage 2 (364 l kg-1) und Stroh (334 l kg-1) ermittelt.
Während des Versuchs wurde die Raumbelastung (BR) des Feststoffreaktors mit organischer Substanz schrittweise erhöht, von 6,3 auf 16 g l-1 d-1. Neben weiteren Prozessgrößen wurde dabei vor allem die Entwicklung der Methanbildung als wichtigster Leistungsparameter verfolgt.

Ergebnisse

Die Erhöhung der Raumbelastung führte zu einem Anstieg der Gesamtproduktion ( Graphik). Die um den Strohanteil bereinigte Methanausbeute der Maissilage ging dabei von 409 l kg-1 bei BR6,3 auf 332 l kg-1 bei BR16 zurück. Bezieht man die Ausbeuten auf das Potenzial von Maissilage 1 und 2, so fällt der Rückgang mit 98 auf 91 % jedoch deutlich geringer aus. Nach der Beendigung der Substratzugabe am Tag 60, wurde ein zügiger Rückgang der Gasbildung beobachtet. Die Aufteilung der Methanausbeute auf die beiden Reaktoren veränderte sich mit Erhöhung der Raumbelastung grundlegend. So stieg der Anteil des Festbettreaktors von ursprünglich 10 % auf 75 % an. Daraus ist zu folgern, dass der Feststoffreaktor bis zu einer oTS-Raumbelastung von zumindest 6,3 g l-1 d-1 auch ohne einen zusätzlichen Hochleistungsreaktor betrieben werden kann. Für höhere Raumbelastungen ist der Hochleistungsreaktor dagegen essentiell erforderlich. Auf Basis der bekannten Leistungsparameter, wird davon ausgegangen, dass der Hochleistungsreaktor sich auf eine Größe von 30 % des Feststoffreaktor-Volumens reduzieren lässt. Die ermittelte Abbaugeschwindigkeit der Feststoffe lag mit einer Hydrolysekonstanten (Reaktion 1.Ordung) von 0,14 d-1 etwa 5 mal höher als bei der Vergärung von Maissilage in voll durchmischten, mesophil betriebenen Anlagen (Linke und Mähnert 2005).

 
   
2007 ATB
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