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Neues Hochleistungsverfahren zur Vergärung
von Nachwachsenden Rohstoffen
Ausgangslage
Die derzeit in der Landwirtschaft üblichen Biogasanlagen sind für
die Güllevergärung ausgelegt und eignen sich nur sehr bedingt für
die zumeist festen nachwachsenden Rohstoffe (NawaRos). Feststoffe
neigen zur Bildung einer Schwimmschicht, die durch Rühren, verbunden
mit hohem energetischen Aufwand, verhindert werden muss. Nach einer
Erhebung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (2005) beträgt der
Eigenstrombedarf dadurch teilweise mehr als 10 % der
Energieproduktion. Darüber hinaus kann sich eine zu intensive
Durchmischung negativ auf den Abbauprozess auswirken. Durch den
Austrag bakterieller Biomasse zusammen mit dem Gärrest wird die
Leistungsfähigkeit weiter begrenzt. In der Folge liegt die Grenze
der Belastbarkeit volldurchmischter Reaktoren für die reine
NawaRo-Vergärung zwischen 3 und 4 kg organische Trockensubstanz (oTS)
je Kubikmeter Arbeitsvolumen und Tag (Linke und Mähnert 2005).
Höhere Raumbelastungen führen zu einer Hemmung des Abbaus durch
Anreicherung flüchtiger Fettsäuren.
Das Ziel: ein zweistufiges Verfahren bei kontinuierlicher
Prozessführung
Im Hinblick auf eine optimale Stabilität und
Leistungsfähigkeit der Biogasbildung sind Reaktoren zielführend, in denen die
bakterielle Biomasse dauerhaft zurückgehalten werden kann. Diese
Hochleistungsreaktoren werden verbreitet zur Behandlung organisch
hoch belasteter Industrieabwässer eingesetzt, zumeist in Form von
Festbett- oder Schlammbettreaktoren. Um diese Technologie für NawaRos nutzbar zu machen, müssen die organischen Stoffe zuvor
verflüssigt werden. Dadurch entsteht ein zweistufiges und
gleichzeitig zweiphasiges Verfahren. Ein entsprechendes System,
bestehend aus einem Festbettreaktor in Kombination mit 4
diskontinuierlich betriebenen Feststoffreaktoren befindet sich
bereits in praktischer landwirtschaftlicher Anwendung (Linke et al.
2006).
Während die diskontinuierliche Vergärung mit einer getrennten
Feststoff- und Flüssigkeitsbehandlung damit Stand der Technik ist,
sind kontinuierliche Systeme für NawaRos mit einer gezielten
Behandlung der Prozessflüssigkeit bislang nicht bekannt geworden.
Dabei lässt die kontinuierliche Betriebsweise erhebliche Vorteile
erwarten. So ermöglichen die konstanten Milieubedingungen eine
bessere Anpassung der Mikroorganismen und somit eine bessere
Ausnutzung der biologischen Leistungsfähigkeit. Auch in Bezug auf
den zur Verfügung stehenden Reaktorraum wird im kontinuierlichen
Betrieb eine bessere Auslastung erreicht. Darüber hinaus vereinfacht
die gleichmäßigere Gasbildung die Nutzung des Biogases.
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