Forschungsfeld 3: Nachwachsende Rohstoffe und Energie im ländlichen Raum

Forschungsprogramm 3.1

 Naturfaserproduktion


Programmverantwortlicher:   Prof. Dr.-Ing. Christian Fürll
Abteilung 3 - Technik der Aufbereitung, Lagerung und Konservierung



Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten haben Hanffaser und -schäbenDie Produktion von Naturfasern ist in den letzten Jahren weltweit kontinuierlich gestiegen. So werden beispielsweise in der deutschen Autoindustrie jährlich in wachsendem Maß Naturfasern verarbeitet. Im Bereich der Dämmstoffe soll das Markteinführungsprogramm der EU die finanziellen Differenzen im Vergleich zu den etablierten Materialien auf Erdölbasis für die Endverbraucher ausgleichen, was zu einer erhöhten Nachfrage führt. Das Land Brandenburg hat im Rahmen des InnoRegio-Programms (BMBF) eine Initiative im Bereich des Schienenfahrzeugbaues initiiert.
Derzeitiger Hauptmangel ist, dass die in den Industrieländern existierenden Aufschlussanlagen für Naturfasern unwirtschaftlich arbeiten bzw. stillgelegt wurden. Ein weiterer Mangel ist die sehr oft nicht den Ansprüchen genügende Faserqualität.
Die am ATB in den Jahren 2002/2003 entwickelte leistungsfähige Technologie auf der Basis des Prallaufschlusses ermöglicht bei einer Leistung von ca. 3 t/h eine wesentliche Einsparung an Investitionen und Betriebskosten zur Bereitstellung der Fasern zu wettbewerbsfähigen Preisen und geforderten Faserqualitäten.

Schwerpunkte der Forschungsarbeiten sind das Auflösen der Strohballen mit gleichzeitigem Einkürzen der Stängel, Orten und Entfernen von Steinen, Rückgewinnung der wertvollen Kurzfasern aus den Schäben zur separaten Verwertung und die Bewertung der Gewinnungs- und Nutzungsmöglichkeiten von Naturfasern hinsichtlich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Die erarbeiteten Lösungen werden in die bestehende Pilotanlage des ATB integriert und im Zusammenspiel mit den übrigen Maschinen untersucht.

Ein weiteres Vorhaben ist die Entwicklung einer alternativen Verfahrenslinie der Aufbereitung und Verarbeitung von Hanfkonservat.
Pilotanlage Hanf, im Vordergrund: in Schläuchen gelagertes FaserkonservatBei diesem Verfahren erfolgt das Häckseln des Hanfes aus dem Bestand. Die Konservierung verläuft ähnlich wie z. B. bei Mais in Horizontalsilos. Danach wird in dem neuen Verfahren aus dem Konservat direkt, unter Verwendung der gesamten Pflanzenmasse, das gewünschte Endprodukt hergestellt. Die Vorteile dieser Verfahrenslinie bestehen in der Verminderung des Wetterrisikos zum Erntezeitpunkt September, in der Reduzierung der Kosten der Faserrohstoffbereitstellung um ca. 50 % und in der Verarbeitung der gesamten Pflanzenmasse zu einem Endprodukt ohne Verluste. Eine Pilotanlage wurde im März 2007 in Betrieb genommen. Die Finanzierung erfolgte durch Fördermittel der EU sowie des Bund und des Landes.

Übersicht Forschungsstruktur


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