Nachwachsende
Rohstoffe gewinnen bei der ökologischen und ökonomischen
Modernisierung der Volkswirtschaft an Bedeutung. Die
Einsatzmöglichkeiten von nachwachsenden Rohstoffen sind
sehr vielfältig, da sie neben ihren energetischen
Nutzungsmöglichkeiten insbesondere Potentiale für die
Gewinnung von industriellen Produkten und
Zwischenprodukten aufweisen, z. B. Chemikalien,
Synthesebausteinen, Polymeren und Werkstoffen. Im
stofflichen Bereich (chemische Industrie) werden
gegenwärtig bereits ca. 10 % biogene Rohstoffe
eingesetzt. Im gesamtgesellschaftlichen Kontext geht es
zunehmend um Fragen des Umwelt- und Klimawandels, die
Schonung endlicher fossiler Kohlenstoffquellen, die
Verringerung von Importabhängigkeiten und nicht zuletzt
um die Sicherung von Wertschöpfung und Beschäftigung im
ländlichen Raum. Im Rahmen dieses Forschungsprogramms
werden mit den Themen „Aufbereitung und Verarbeitung von
Naturfaserrohstoffen“ sowie „Biokonversionsverfahren zur
Herstellung von Wertstoffen“ zwei Schwerpunkte der
stofflichen Verwertung nachwachsender Rohstoffe
aufgegriffen, die bereits beide im Stadium von
Pilotanlagen angesiedelt sind. Die mit den Pilotanlagen
verbundene Möglichkeit der Bearbeitung kompletter
Verfahrenslinien vom Rohstoff zum Produkt ermöglicht
neben der Grundlagenforschung eine praxisnahe
Prozessoptimierung und die Bereitstellung entsprechender
Produktmuster für potentielle Anwender bzw.
Kooperationspartner in Industrie und Forschung. Im Sinne
möglichst geschlossener Stoffkreisläufe werden die bei
der Milchsäureherstellung aus Roggen anfallenden
Reststoffe bereits mit z. T. gutem Erfolg als natürliche
Bindemittel für die Faserverarbeitung eingesetzt.
Übersicht
Forschungsstruktur