Forschungsfeld 3: Nachwachsende Rohstoffe und Energie im ländlichen Raum

Forschungsprogramm 3.4

Stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe


Programmverantwortlicher: Dr. Joachim Venus
Abteilung 1 - Bioverfahrenstechnik



RoggenfeldNachwachsende Rohstoffe gewinnen bei der ökologischen und ökonomischen Modernisierung der Volkswirtschaft an Bedeutung. Die Einsatzmöglichkeiten von nachwachsenden Rohstoffen sind sehr vielfältig, da sie neben ihren energetischen Nutzungsmöglichkeiten insbesondere Potentiale für die Gewinnung von industriellen Produkten und Zwischenprodukten aufweisen, z. B. Chemikalien, Synthesebausteinen, Polymeren und Werkstoffen. Im stofflichen Bereich (chemische Industrie) werden gegenwärtig bereits ca. 10 % biogene Rohstoffe eingesetzt. Im gesamtgesellschaftlichen Kontext geht es zunehmend um Fragen des Umwelt- und Klimawandels, die Schonung endlicher fossiler Kohlenstoffquellen, die Verringerung von Importabhängigkeiten und nicht zuletzt um die Sicherung von Wertschöpfung und Beschäftigung im ländlichen Raum. Im Rahmen dieses Forschungsprogramms werden mit den Themen „Aufbereitung und Verarbeitung von Naturfaserrohstoffen“ sowie „Biokonversionsverfahren zur Herstellung von Wertstoffen“ zwei Schwerpunkte der stofflichen Verwertung nachwachsender Rohstoffe aufgegriffen, die bereits beide im Stadium von Pilotanlagen angesiedelt sind. Die mit den Pilotanlagen verbundene Möglichkeit der Bearbeitung kompletter Verfahrenslinien vom Rohstoff zum Produkt ermöglicht neben der Grundlagenforschung eine praxisnahe Prozessoptimierung und die Bereitstellung entsprechender Produktmuster für potentielle Anwender bzw. Kooperationspartner in Industrie und Forschung. Im Sinne möglichst geschlossener Stoffkreisläufe werden die bei der Milchsäureherstellung aus Roggen anfallenden Reststoffe bereits mit z. T. gutem Erfolg als natürliche Bindemittel für die Faserverarbeitung eingesetzt.

Übersicht Forschungsstruktur
 


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