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Programmverantwortliche:
Dr.
Annette Prochnow
Abteilung 2 - Technikbewertung und Stoffkreisläufe
Team: Dr. Werner Berg (Abt. 2), Dr.
Horst Domsch (Abt. 4), Jörg Eberts (Abt. 2), Dr. Philipp
Grundmann (Abt. 2), Dr. Monika Heiermann (Abt. 2), Prof.
Dr. Hans Jürgen Hellebrand (Abt. 2), Dr. Jürgen Kern
(Abt. 1), Dr. Hilde Klauss (Abt. 2), Simone Kraatz (Abt.
2), Dr. Andreas Meyer-Aurich (Abt. 2), Dr. Matthias
Plöchl (Abt. 2), Cristina Rus (Abt. 5), Dr. Volkhard
Scholz (Abt. 3)
Ressourcenbewirtschaftung und Klimawandel
Zwischen Landwirtschaft, natürlichen Ressourcen und
Klima bestehen komplexe Zusammenhänge mit zahlreichen
Einflussfaktoren und Wechselwirkungen. Die
Landwirtschaft nutzt die Ressourcen Boden, Wasser, Luft,
Stoffe, Energie und die biologische Vielfalt. Dabei
beeinflusst sie sowohl diese Ressourcen selbst als auch
das Klima wesentlich und vielschichtig. Als
Mitverursacher des Klimawandels muss die Landwirtschaft
die Bewirtschaftung ihrer Ressourcen verstärkt auf die
Reduzierung von Treibhausgasemissionen ausrichten.
Darüber hinaus kann sie durch die Bereitstellung von
Biomasse für die energetische Nutzung erheblich zum
Klimaschutz beitragen. Rückwirkend führt der Klimawandel
zu Veränderungen der Beschaffenheit und Verfügbarkeit
von Ressourcen, an die sich die Landwirtschaft anpassen
muss.
Die
Ressourcenbewirtschaftung durch die Landwirtschaft soll
nachhaltig erfolgen, d. h. in einer Weise, die den
Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne
die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden.
Nachhaltigkeit beinhaltet dabei ökologische, ökonomische
und soziale Aspekte. Übergeordnetes Ziel des
Forschungsprogramms ist es, Klima-/Umweltwirkungen sowie
sozioökonomische Auswirkungen von Verfahren der
Landbewirtschaftung zu bewerten. Voraussetzung hierfür
ist die Entwicklung und Bereitstellung der
erforderlichen Prozessgrundlagen und Methoden. Vorrangig
werden dabei übergreifende Systemzusammenhänge
bearbeitet, in die auch die Arbeiten anderer Programme
eingebunden werden sollen. Wesentliche Teilziele, die im
Folgenden kurz umrissen werden, sind die Erfassung und
Bewertung von Stoffflüssen beim Anbau nachwachsender
Rohstoffe, die Erarbeitung von Konzepten für ein
betriebliches und regionales Wassermanagement, die
Entwicklung von Verwertungsstrategien für Reststoffe und
Abwässer, die Energiebilanzierung in der Tierhaltung
sowie die ökologische und ökonomische Bewertung der
Biomassebereitstellung auf betrieblicher und regionaler
Ebene.
Die Grundlage jeder landwirtschaftlichen Produktion ist
der Aufbau pflanzlicher Biomasse durch Ausnutzung von
Sonnenenergie und Fixierung von CO2. Der
heutige Verbrauch fossiler Energieträger überführt den
über lange Zeiträume biogen festgelegten Kohlenstoff in
die Erdatmosphäre und trägt damit maßgeblich zum
Klimawandel bei. Um den im Kyoto-Protokoll festgelegten
Verpflichtungen zur Senkung von Treibhausgasen
nachzukommen, sind auf allen Ebenen Maßnahmen zu
verstärken, durch die die Kohlenstoff- und
Stickstoffflüsse im Sinne geschlossener Kreisläufe
beeinflusst werden können. Voraussetzung hierfür ist ein
umfassendes Verständnis der biogeochemischen und
mikrobiologischen Stoffumsätze und
Stofftransportprozesse. Die Untersuchungen richten sich
verstärkt auf den Anbau nachwachsender Rohstoffe sowie
auf optimierte Düngungsstrategien, mit denen die
Landwirtschaft einen Beitrag zur Senkung klimarelevanter
Emissionen (CO2, CH4, N2O)
leisten kann. Das Ziel ist eine hohe Biomasseproduktion
und damit verbundene C-Sequestrierung bei gleichzeitig
geringer Umweltbelastung. Neben dem Anbau nachwachsender
Rohstoffe spielt die effiziente Nutzung verfügbarer
Wasserressourcen und Energieträger eine besondere Rolle.
In diesem Zusammenhang wird die Energieeffizienz in der
Tierhaltung auf der Grundlage von Energiebilanzen
ermittelt. Daraus können Indikatoren für eine
nachhaltige Landnutzung speziell in der Tierhaltung
abgeleitet werden.
Unter Nutzung gesetzlicher Instrumentarien wie dem
Kreislaufwirtschaftsgesetz lassen sich Stoff- und
Energieströme steuern, indem das Nährstoff- und
Energiepotenzial von Abwässern und Reststoffen
weitreichender genutzt wird. Gleichzeitig eröffnen sich
damit neue Problemfelder. Neben Wertstoffen enthalten
Reststoffe wie Klärschlämme, Schlempen, Aschen und
Gärrückstände häufig auch Schadstoffe, die sich in der
Nahrungskette anreichern können. Vor diesem Hintergrund
werden neue umwelt- und verbraucherfreundliche
Verwertungsstrategien für Reststoffe und Abwässer
entwickelt, sowohl auf betrieblicher Produktionsebene
als auch über deren Grenze hinaus. Ein weiterer
Arbeitsschwerpunkt ist die Bereitstellung von
nachwachsenden Rohstoffen. Technisch und logistisch
realisierbare, ökonomisch attraktive und ökologisch
verträgliche Biomassepfade für einen betrieblichen und
regionalen Ausbau energetischer und stofflicher
Biomassenutzung sollen aufgezeigt und deren Etablierung
unterstützt werden. Szenarien der Biomassebereitstellung
werden bewertet und Handlungsempfehlungen für Betriebe
und Regionen abgeleitet.
Übersicht
Forschungsstruktur
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