INSTITUT FÜR AGRARTECHNIK BORNIM e.V.
Ein Institut
der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz
Potsdamn,
05.09.2001
Die
Verträge sind nun unterschriftsreif: am heutigen Mittwoch finden sich
Firmenchefs und designierte Projektleiter am ATB ein, um die Kooperationsverträge
zu einem Verbundprojekt mit einem Gesamtumfang von 10,7 Millionen DM zu
unterzeichen. Aus
dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 8,7 Millionen DM
geförderten Vorhaben soll ein
bundesweites „Kompetenznetz Sensortechnik“ hervorgehen, in dessen Rahmen über 20 Unternehmen und
Forschungseinrichtungen an 12 Teilprojekten zusammenarbeiten werden.
Ziel der Zusammenarbeit ist es, durch Einsatz von
Sensortechnik in der Landwirtschaft umweltschonender zu produzieren. Die
Sensoren sollen helfen, den Aufwand
an Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie den Energie- und Wasserverbrauch zu
verringern, aber auch die Emission umweltschädlicher Gase sowie die Verluste
bei Obst und Gemüse durch Transportschäden und Verderb zu reduzieren.
So könnten zum Beispiel
mit der Integration eines neu
entwickelten Messsystems zur Bewertung des Unkrautvorkommens in handelsübliche
Pflanzenschutzmaschinen etwa 3 200 t des jährlichen Herbizidverbrauchs in der
Bundesrepublik eingespart werden.
Durch den
Einsatz eines miniaturisierten Datenerfassungs-Systems, das in die Frucht
oder in einen vergleichbaren Prüfkörper implantierbar ist, können die
Verluste von zur Zeit bis zu 30 % bei frischem Obst und Gemüse wesentlich
reduziert werden. Das Mini-Implantat in der Frucht soll z.B. exakte
Informationen über die Stoßbelastungen beim Transport des Erntegutes liefern.
So können Schwachstellen in der Verfahrenskette entdeckt und ausgeschaltet
werden, die ansonsten zu Verlusten bzw. frühzeitigem Verderb führen.
Eine innovative Klimasteuerungstechnik kann in Verbindung mit
freier, konvektiver Lüftung den Energieaufwand zur Klimasteuerung z.B. eines 16 000
t Kartoffellagers um 15 000 – 30 000 kWh einsparen helfen. Dem entspricht eine
Emissionsminderung klimarelevanter Gase von 10 - 20 t CO2-Äquivalent
je Jahr und Lagerhaus. In diesem Vorhaben soll u.a. untersucht werden, ob
sich die Oberflächentemperatur der
Produkte als Informationsquelle zur Steuerung des Belüftungsregimes eignet.
Oberflächentemperaturen können dabei berührungslos ermittelt werden. Durch
Einsatz einer Infrarot-Thermografie-Kamera lässt sich ein Gesamtbild über die lokalen Unterschiede der Temperaturverläufe im
Lagergut gewinnen. Es soll geprüft werden, ob mit thermografisch ermittelten
Online-Temperaturdaten eine höhere Qualität in der Klimasteuerung zu erreichen
ist. Ziel sind grundlegende Ergebnisse über die Einsatzmöglichkeiten der
Thermografie zur Belüftungssteuerung in großen Kartoffellagerhäusern und
deren praktischer Nachweis. Zur Nutzung der Vorteile der freien Lüftung soll
eine neuartige Klimasteuerung entwickelt werden, die lokale Klimaänderungen
erkennt und ausgleicht.
Die
Entwicklung von Sensoren für die Landwirtschaft schont langfristig die Umwelt,
kurzfristig gesehen schafft sie aber auch Arbeitsplätze für den
Wissenschaftsstandort Potsdam: Durch das Kompetenznetz können am ATB drei
Wissenschaftler/innen weiter beschäftigt werden; 12 neue Arbeitsplätze –
davon 10,5 Wissenschaftlerstellen – werden für die Dauer des Vorhabens
geschaffen.
Ansprechpartner: Dr.-Ing.
Eckart Kramer, Zentralabteilung
Tel: (0331) 5699-710e-mail: ekramer@atb-potsdam.de
Bei
Nutzung oder Veröffentlichung bitten wir um das Zusenden eines Beleg-
exemplars
an folgende Adresse:
Institut für Agrartechnik Bornim e.V. (ATB)
Öffentlichkeitsarbeit
Max-Eyth-Allee
100, 14469 Potsdam
Tel:
(0331) 5699-714; Fax: (0331) 5699-849