| Problemstellung |
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Unterteilung der Frischeverluste von Obst und Gemüse
in der Nachernte in: |
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+ Atmungsverluste (Inhaltsstoffe wie Vitamine, bioaktive
Substanzen) und
+ Transpirationsverluste
(Wasserverluste) |
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Inhaltsstoffverluste - vorrangig temperaturabhängig
können mit gebräuchlichen Temperaturdataloggern überwacht
werden |
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Transpirationsverluste - vorrangig abhängig von
Wasserdampfpartialdruckdifferenz (zw. Produktoberfläche und Umgebung)
existieren keine einfachen Hilfsmittel zur Prozesskontrolle |
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| Frischebereich mit zwei
Verderbgrenzen |
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Beeinflussung der Transpirationsintensität durch: |
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+ Produktzustand und
+ Umgebungsbedingungen (Luftströmung an der
Produktoberfläche, Luftfeuchte in der Umgebung) |
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Einschränkung der Transpiration durch: |
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+ Selbstschutzfunktion (Überlagerung von
Grenzschichten mehrerer Produkte) und
+ künstliche Widerstände (Verpackungsmaterialien) |
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unter praktischen Bedingungen mit vertretbarem Aufwand keine
Kontrolle von An- und Umströmungsbedingungen von gartenbaulichen
Produkten (ggf. in Verpackungen) möglich |
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Material und Methoden |
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Einsatz von Verdunstungsmesszellen
(Verdunstungskugeln) mit ähnlichem Transpirationsverhalten wie reale
Produkte zur Charakterisierung des Stoffüberganges zwischen Produkt
und Umgebung |
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Visualisierung der Transpiration von
realen Früchten und Prüfkörpern mittels Thermografie |
Reale Früchte und Prüfkörper bei
freier Konvektion |
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Verdunstungsmesszellen aus
homogenen wasserhaltigen Materialien |
Verdunstungskugeln
und feuchtigkeits-
speicherndes Granulat in gequollenem Zustand |
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Ermitteln von Gewichtsdifferenzen pro Zeiteinheit von Prüfkörpern
aus wasserhaltigen Materialien mit vergleichbaren Durchlässigkeiten
und ähnlichen Formen/Abmessungen |
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Einmessen unter definierten Bedingungen (z.B. uneingeschränkte freie
Konvektion für einige Minuten) |
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Ermitteln von Transpirationswiderstand bei bekanntem
Grenzschichtwiderstand |
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Plazieren der Messzelle am Messort (ggf. unter Luftabschluss bis zum
Beginn des Messintervalls zwischenlagern), falls notwendig
Temperaturangleich |
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Ausmessen unter definierten Bedingungen (z.B. uneingeschränkte freie
Konvektion für einige Minuten) |
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Ermittlung der Veränderung des Materialwiderstandes im Messintervall |
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bei Kenntnis von Lufttemperatur und Luftfeuchte in ausreichender
Entfernung zum Produkt - Ermittlung des resultierenden
Grenzschichtwiderstands (örtlich, zeitlich) bzw. der
Stoffübergangszahl |
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Schematischer Aufbau der Verdunstungsmesszelle |
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Beispiel -
Verdunstungskugel |
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1 Kugelhülle
2 Verdunstungsöffnungen auf kleinem
Teilkreisdurchmesser
3 Verdunstungsöffnungen auf großem Teilkreisdurchmesser
4 Einfüllöffnung
5 Feuchtigkeitsspeichermaterial trocken
6 Stopfen
7 Feuchtigkeitsspeichermaterial gequollen |
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Befüllen der Kugel mit feuchtigkeitsspeicherndem Granulat (z. B. Polymere) in
ungequollenem Zustand und der entsprechenden Menge Wasser oder in
gequollenem Zustand |
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andere Formen möglich, z.B. kegel-, zylinder- scheibenförmig |
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Hülle kann auch eine feuchtigkeitsdurchlässige Membran, Gewebe oder
Vlies sein |
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Verdunstungsmesszelle kann weiterhin aus homogenem wasserhaltigen Material
bestehen |
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Nutzung von realen Produkten als Verdunstungsmesszellen möglich |
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Nachteile realer Produkte für Messaufgabe |
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sehr differenzierte
Ausgangszustände (z.B. bedingt durch
Vorernteeinflüsse) |
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Bestimmung der transpirationsaktiven Oberfläche nur näherungsweise
möglich oder sehr aufwändig |
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Veränderung des Gewebewiderstands (z.B. Reife) durch: |
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+ verschiedene physiologische Aktivitäten des
Produktes
+ mikrobielle Aktivitäten (auch im noch nicht
sichtbaren Stadium) |
wirken
dementsprechend als Störgröße |
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Ergebnisse und Diskussion |
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Erfassen von Wasserabgaberaten (z.B. pro Zeit und Oberfläche),
die Stoffübergangszahlen (Grenzschichtwiderstände) und
Potentialdifferenzen (Wassergehalte der Luft) beinhalten |
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Auftreten von Transpirationsverlusten infolge: |
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+ bestimmter Produkteigenschaften (lokale
Gewebewiderstände, Wasserpotentialverteilung, Temperaturverteilung,
äußere Form, Abmessungen, Oberfläche und Oberflächenstruktur) und
+ von Umgebungsbedingungen (Lufttemperatur, Luftfeuchte,
An- und Umströmungsbedingungen, Luftdruck) |
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Anwendungsbeispiel |
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Einsatz von Verdunstungskugeln zur Schwachstellenanalyse
in der Nacherntekette von Kopfsalat (im Zusammenwirken mit
Temperaturdataloggern) |
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Technische Möglichkeiten und Vorteile |
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preiswerte und einfache Möglichkeit zur Messung des
Stoffübergangs (Wasserdampf) |
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Verhinderung von Störungen der Umgebungsbedingungen an sensiblen
Messorten (z.B. Wärmezufuhr bei Hitzdrahtanemometern zur Messung der
Luftströmung) |
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Erfassen von auch sehr kleinen Potentialdifferenzen zwischen Produkt
und Umgebung (hervorgerufen durch hohe Luftfeuchten) bei
Zwangsluftströmung |
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Unempfindlichkeit der Verdunstungsmesszellen bei
Taupunktunterschreitungen |
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Durchführung der Untersuchungen unabhängig von Produkten und Jahreszeit |
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Nachteile der Verdunstungsmesszelle |
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manueller Aufwand für Differenzwägungen |
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genaue Messungen nur möglich, wenn Messzelle und Umgebung thermisch
im Gleichgewicht sind |
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können nur Mittelwerte über das jeweilige Messintervall erfasst
werden |
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Anwendungsmöglichkeiten |
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Nacherntebereich von Obst und Gemüse: |
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Kontrolle der Umgebungsbedingungen in der Nacherntekette
(Luftfeuchte und Luftströmung bei Zwischenlagerung, Transport
und Präsentation) |
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Optimierung von Verpackungen (Material und Formgebung, z.B. Anordnung
und Abmessungen von Öffnungen) |
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Kontrolle der Luftführung in großen Lager-, Kühlräumen (Äpfel,
Birnen, Möhren, Zwiebeln, Kartoffeln) |
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Optimierung der Betriebsweise von Steuerungsanlagen (Luftfeuchte, Luftvolumenströme,
Lufttemperaturen, ...) |
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Andere Frischmarktprodukte: |
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Kräuter, Schnittblumen und Topfpflanzen |
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Backwaren, ... |
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Andere Bereiche: |
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Klimaführung in Gewächshausanlagen und Aufzuchtanlagen (z.B.
Speisepilze) |
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Überwachung und Optimierung von Trocknungsprozessen (im niederen
Temperaturbereich) |
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Luftführung in Stallanlagen |
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Klimatisierung von sonstigen Räumen, insbesondere mit großen
Abmessungen |
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Fazit |
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Verdunstungsmesszellen werden als preiswerte Alternative zu aufwändigen (und teuren) Datenerfassungssystemen (z.B. für die
Luftfeuchtemessung bei höheren Wasserdampfkonzentrationen) gesehen,
Systeme zur direkten Messung des Stoffüberganges (Wasserdampf) sind
nicht bekannt. Im wissenschaftlichen Bereich können sie z.B. zur
Validierung von komplizierten Strömungsmodellen (CFD-Modelle) genutzt
werden. |