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15.11.2006 Pressemitteilung MLUV

Agrarforschung stärken und enger vernetzen

Eberswalde - Eine Stärkung und weitere Vernetzung der agrarwissenschaftlichen Forschung in Berlin und Brandenburg forderten gestern die Mitglieder der Forschungsplattform Ländliche Räume bei ihrer Herbsttagung im Waldsolarheim Eberswalde. Einen Schwerpunkt bildete dabei die Analyse des Forschungsbedarfs „Ländlicher Raum 2020“ und die Kritik an den Vorschlägen zur Schließung der Agrar-Falkultät der Humboldt-Universität in Berlin.

Die Teilnehmer zeigten sich enttäuscht darüber, dass die bisherigen vielfältigen Kooperationen zwischen ihren Einrichtungen und der Agrar-Fakultät der Berliner Humboldt-Universität vom Wissenschaftsrat ignoriert würden. Dieses bundesweite Politikberatungsgremium empfiehlt die Auflösung dieser Fakultät, was für den agrarwissenschaftlichen Forschungsstandort Berlin-Brandenburg einen herben Verlust bedeuten würde. Betroffen wären nicht nur laufende Forschungsprojekte, sondern auch die Ausbildung eines eigenen agrarwissenschaftlichen Nachwuchses für die Forschungsaufgaben der Zukunft des Ländlichen Raumes.

Die in Eberswalde diskutierten Forschungsfelder Wald und Forstwirtschaft, Klimawandel, Bioenergie, Landschaftswasserhaushalt stehen den Konfliktfeldern einer zunehmenden Flächenkonkurrenz, Wassermangel und Klimawandel entgegen. Der Problemdruck für die Landbewirtschaftung, die Ernährung oder den Verbraucherschutz wird immer größer. Stichworte hierfür sind Tierseuchen, wachsender Hunger in der Welt, Rohstoffknappheit oder Artensterben. Zudem wendet sich die Forschung immer mehr den weltweiten Zusammenhängen beim Klima, der Bodenfruchtbarkeit oder dem Wasserhaushalt zu.

Hintergrund

Im Umfeld von Berlin sind traditionell eine große Zahl agrar- und forstwissenschaftlicher Einrichtungen angesiedelt, die hochspezialisiert forschen und oft auch auf eine 50jährige oder sogar 100jährige Erfahrung zurückblicken können.

Land- und Forstwirtschaft bewirtschaften in der Region 81 Prozent der Landfläche und erwirtschaften eine Bruttowertschöpfung von jährlich 1 Mrd. Euro, was bisher jedoch nur einen Anteil von 4 Prozent an der bundesweiten land- und forstwirtschaftlichen Wertschöpfung ausmacht. Der Wirtschaftszweig ist auf innovative Forschung angewiesen, wie es sich in Berlin-Brandenburg an erfolgreichen Beispielen aus den Branchen Biotechnologie und Life science bereits zeigt.

Brandenburg investiert in die Agrar- und Umweltforschung jährlich rund 50 Mio. Euro, zusätzlich werden 18 Mio. Euro Drittmittel eingeworben. In diesem Bereich gibt es 700 Arbeitsplätze, davon 300 aus Drittmitteln.

Diese sind in der Forschungsplattform Ländliche Räume organisiert. Weitere Informationen: http://www.mluv.brandenburg.de/cms/detail.php/156886

 

31.03.2006 Pressemitteilung MLUV

Forschungsplattform gründet Arbeitskreis für Bio-Energie

Eberswalde – Die Forschungsprojekte zur energetischen Nutzung von Biomasse in Brandenburg sollen in einem Arbeitskreis koordiniert und vorangetrieben werden. Die Gründung wurde heute anlässlich des  Treffens der Forschungsplattform „Ländliche Räume“ Berlin-Brandenburg im Eberswalder Wald-Solar-Heim auf den Weg gebracht. „In den vergangenen Jahren und sogar bis in die jüngste Zeit hinein waren wir Zeugen einer sensationellen Entwicklung. Die Biomasse-Nutzung ist eine Wachstumsbranche. Zum einen, weil natürlich erst einmal etwas wachsen muss, damit es hinterher im Kessel, im Tank oder als Bauteil eingesetzt werden kann. Zum anderen haben wir auch im übertragenden Sinn Zuwachszahlen in dieser Branche in Brandenburg“, so Brandenburgs Agrar- und Umweltstaatssekretär Dietmar Schulze.

Die Forschungsplattform versteht sich dabei als Basis, die inzwischen zahlreichen Einzelaktivitäten in Brandenburg besser zu verknüpfen und damit in der Summe für alle Projekte einen Mehrwert und eine breitere Wirkung zu erzielen.

Aus Sicht der Landesregierung besteht ein wesentliches Ziel darin, eine anwendungsbezogene, ergebnisorientierte Forschung und Technologieentwicklung so voranzutreiben, dass sich damit auch Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze in Brandenburg realisieren lassen.

Schulze: „Dies ist auch dringend notwendig, denn in Sachen Bioenergie haben wir in Deutschland erheblichen Forschungsbedarf, sowohl bei der Verfahrens– und Anlagentechnik als auch bei Energiepflanzen und deren Anbausystemen.“

In Zentrum der Förderbemühungen stehen auf Bundes- und EU-Ebene sowie auch in Brandenburg die Forschung und Entwicklung im Bereich der Bioenergiegewinnung, beginnend mit der PflanzenzüchtungSortenversuchen, der Pflanzenbauforschung über die Anlagentechnologie sowie die Gewinnung und Verarbeitung von Biomasse.

Effizienzfortschritte in der Biomasseproduktion und –nutzung kommen natürlich auch den Klima- und Naturschutzanforderungen zugute. Die Ergebnisse einer Forschungsförderung verbessern schließlich auch die Exportmöglichkeiten.

Diesbezüglich sind Länder wie Österreich durch die Bündelung entsprechender Forschungsaktivitäten strategisch wesentlich besser aufgestellt und daher leistungsfähiger. Auch vor diesem Hintergrund gilt es, die Zusammenarbeit auf dem Forschungssektor noch zielgerichteter zu entwickeln.

Kooperationen auf Länderebene wie zwischen Niedersachsen, Hessen und Brandenburg und der Volkswagen AG zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe sollen Schule machen.

Brandenburg bietet für die Nutzung von Biomasse gute Voraussetzungen. Dazu zählt jegliche Form von Biomasse in Form von Holz, Rapsöl, Ernterückständen, Gülle und Stroh. Sie wächst kontinuierlich nach und bei ihrer Verbrennung wird kein zusätzliches Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben. Im Land stehen genügend Flächen zur Verfügung, um neben Nahrungsmitteln und Holz auch Biomasse für die Energiegewinnung zu produzieren. Rund 45 Prozent der Landesfläche wird landwirtschaftlich und weitere 37 Prozent forstwirtschaftlich genutzt. Damit stehen rein rechnerisch jedem Brandenburger Bürger 0,5 Hektar Acker und 0,4 Hektar Wald gegenüber, auf denen anteilig auch Biomasse für die Energiegewinnung erzeugt werden kann.

Seit der Verabschiedung der Energiestrategie 2010 ist aufgrund der verbesserten Rahmenbedingungen eine sehr große Dynamik bei der Biomassenutzung festzustellen. Die anteiligen Ziele der Energiestrategie wurden überboten. Insgesamt betrug im Jahre 2003 der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch des Landes Brandenburg 5,2 Prozent (32,5 PJ). Daran war die Biomasse mit 25,1 PJ beteiligt. Der Anteil der Biomasse an den erneuerbaren Energien gesamt beträgt 77 Prozent.

Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung betrug in Brandenburg im Jahre 2003 bereits 8,4 Prozent. Mit der derzeit erreichten Biomassenutzung von 25,1 PJ wird das verfügbare Biomassepotenzial erst zu 19,3 Prozent genutzt. Insbesondere bei der Erzeugung von Biokraftstoffen nimmt das Land Brandenburg eine Spitzenposition in Deutschland ein. Es produziert ein Viertel des Biokraftstoffs. Ein Viertel aller Energiepflanzen in Deutschland - nämlich auf 60.000 Hektar - wurden 2005 in Brandenburg angebaut.

Bei der Energieerzeugung aus Biomasse (Biogasanlagen und Heizkraftwerke) haben die ostdeutschen Bundesländer ein annähernd gleiches Niveau. Insbesondere bei der Verstromung biogener Festbrennstoffe hat Brandenburg aufgrund der hohen installierten elektrischen Leistung auch bundesweit eine führende Position.

 
23.3.2006 (Presseeinladung/-mitteilung Landesforstanstalt Eberswalde )

Neuer Arbeitskreis für Bio-Energie in der Region

Eberswalde – Die Forschungsprojekte zur energetischen Nutzung von Biomasse in Brandenburg sollen in einem Arbeitskreis koordiniert und vorangetrieben werden. Die Gründung wird in der kommenden Woche (31. März) anlässlich des 9. Treffens der Forschungsplattform „Ländliche Räume“ Berlin-Brandenburg im Eberswalder Wald-Solar-Heim auf den Weg gebracht. „Die Sicherung alternativer Energiequellen wird durch die endliche Verfügbarkeit der bisher vorrangig genutzten Energieträger immer stärker zur einer der Grundbedingungen für die Sicherung des Lebensstandards und der Beschäftigung“, so Brandenburgs Agrar- und Umweltstaatssekretär Dietmar Schulze, der den Eröffnungsbeitrag halten wird.

Für ihre effektive Nutzung ist noch erhebliche Forschungsarbeit zu leisten, die durch den neuen Arbeitskreis nun in Zukunft aufeinander abgestimmt wird. Ihm gehören die Humboldt-Universität Berlin, das Institut für Agrartechnik Bornim, die Technische Universität Cottbus, die Landesforstanstalt und Fachhochschule Eberswalde und das ZALF Müncheberg an.

Bisher ist die Braunkohle in Brandenburg die wichtigste Energiequelle. Brandenburg hat noch andere Energieträger zu bieten. Dazu zählt jegliche Form von Biomasse in Form von Holz, Rapsöl, Ernterückständen, Gülle und Stroh. Sie wächst kontinuierlich nach und bei ihrer Verbrennung wird kein zusätzliches Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben. Im Land stehen genügend Flächen zur Verfügung, um neben Nahrungsmitteln und Holz auch Biomasse für die Energiegewinnung zu produzieren. Rund 45 Prozent der Landesfläche wird landwirtschaftlich und weitere 37 Prozent forstwirtschaftlich genutzt. Damit stehen rein rechnerisch jedem Brandenburger Bürger 0,5 Hektar Acker und 0,4 Hektar Wald gegenüber, auf denen anteilig auch Biomasse für die Energiegewinnung erzeugt werden kann.

 
27.4.2005 (Presseeinladung-mitteilung  der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft  - BBA)

Forschungsplattform Ländliche Räume Berlin Brandenburg tagt in der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft

Mit dem heutigen Tage übernimmt die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) für ein Jahr den Vorsitz der Forschungsplattform Ländliche Räume Berlin Brandenburg. Als Gründungsmitglied dieses Zusammenschlusses von 16 Forschungseinrichtungen ist die BBA von Anfang an dabei und unterstützt die Ziele der Forschungsplattform. Sie möchte dieses Jahr gerne nutzen, den Forschungsstandort Berlin-Brandenburg weiter bekannt zu machen und zu stärken. Unter den Mitgliedern der Forschungsplattform ist die BBA die einzige Bundeseinrichtung. Als Bundesforschungsanstalt und selbständige Bundesoberbehörde mit Sitz in Berlin und Braunschweig gehört die BBA zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL). Sie berät und unterrichtet die Bundesregierung in allen Bereichen des Pflanzenschutzes, des Vorratsschutzes und in biologischen Sicherheitsfragen. Als Ressortforschungseinrichtung agiert die BBA auf der Grundlage des Pflanzenschutzgesetzes und des Gentechnikgesetzes. Sei soll gesellschaftliche und wissenschaftliche Probleme aufgreifen und Handlungsoptionen für staatliche Maßnahmen erarbeiten.

Aufgrund ihrer gesetzlichen Aufgaben und der enge Anbindung an die Politik kennt die BBA den aktuellen wissenschaftlichen Handlungsbedarf auch aus politischer Sicht und kann aus diesem Blickwinkel die fachlichen Diskussionen der Forschungsplattform bereichern. Die BBA verfügt über rund 480 feste Stellen – davon 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – an den Standorten Braunschweig, Berlin, Kleinmachnow und den Außeninstituten Bernkastel-Kues, Darmstadt, Dossenheim und Münster. Diese Organisationsstruktur kann die Biologische Bundesanstalt nutzen, um im Verbund der Forschungsplattform bundesweit Kontakte und Verbindungen über die Ländergrenzen hinaus zu unterstützen.

Presseresonanz MAZ, 28.4.2005

 
22.4.2004 (Pressemitteilung zur Gründung)
Agrarstaatssekretär Dietmar Schulze:

Gründung der Forschungsplattform „Ländliche Räume Berlin-Brandenburg“ Potsdam – Brandenburger und Berliner Agrarforschungseinrichtungen schließen sich zusammen.

Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Satzung im Beisein von Brandenburgs Agrarstaatssekretär Dietmar Schulze gründen elf Wissenschaftsinstitute die Forschungsplattform „Ländliche Räume Berlin- Brandenburg“. Der Bedarf, sich zusammenschließen, besteht seit langem. Im Umfeld von Berlin sind traditionell eine große Zahl agrarwissenschaftlicher Einrichtungen angesiedelt. Oft sind es kleine und mittlere Einrichtungen, die auf der anderen Seite hochspezialisiert forschen und oft auch auf eine 50jährige oder sogar 100jährige Erfahrung zurückgreifen können.

„Trotz dieser hervorragenden Ausgangsbedingungen sind die aktuellen Rahmenbedingungen aufgrund von Mittelkürzungen schwierig“, so Schulze: „Dass die Agrarforschung auch mit Akzeptanzproblemen zu rechnen hat, zeigt das jüngste Beispiel der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, die den Haushaltskürzungen zum Opfer fallen sollte.“ Sparzwang und Legitimationszwang treffen die Agrarforschung in einem Augenblick, in dem der Problemdruck für die Landbewirtschaftung, die Ernährung oder den Verbraucherschutz immer größer wird. Stichworte hierfür sind BSE, Gentechnik, wachsender Hunger in der Welt oder Artensterben.

Zudem wendet sich die Agrarforschung immer mehr den weltweiten Zusammenhängen beim Klima, der Bodenfruchtbarkeit oder dem Wasserhaushalt zu. „Ohne noch engere Zusammenarbeit ist eine finanzierbare, ergebnisorientierte Agrarforschung schwer vorstellbar“, betonte der Staatssekretär. Die Bildung einer Forschungsplattform ging von einer gemeinsamen Initiative der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin und des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung Müncheberg aus. So wurde dafür plädiert, aus Kostengründen Verwaltungen zu verzahnen, Kooperationen auch über virtuelle Institutionen aufzubauen und weitere Partner einzubeziehen.

Als notwendig erachtet wurden die gemeinsame Nutzung von Ressourcen, die Prüfung der Einrichtung eines Graduiertenkollegs, eine verstärkte Lobbyarbeit für Forschungsprojekte aus Berlin und Brandenburg auf EU-Ebene sowie eine Verstärkung des Wissenstransfers.

Den Vorsitz der Forschungsplattform übernimmt das Institut für Agrartechnik Bornim e.V. (ATB) satzungsgemäß für 1 Jahr.

Interessenten können Frau Dr. Christiane von Haselberg ansprechen (Tel. 0331-5699 - 820, E-Mail: cvhaselberg@atb-potsdam.de).

Gründungsmitglieder Institut für Agrartechnik Bornim e.V., Potsdam (ATB) Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin und Braunschweig (BBA) Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU) Fachhochschule Eberswalde (FhE) Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften Finsterwalde e. V. (FIB) Humboldt-Universität zu Berlin, Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät (HUB/LGF) Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der Humboldt-Universität zu Berlin (IASP) Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin (IGB) Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt e. V (IGZ) Technische Universität Berlin (TUB) Leibniz-Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung Müncheberg e.V. (ZALF)